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Business Cycle Dating Committee of the
Centre for Economic Policy Research

Committee-Mitglieder: Michael Artis (Europäisches Universitätsinstitut, Florence), Fabio Canova (Universität von Pompeu Fabra, Barcelona), Jordi Galí (CREI, Pompeu Fabra University, Barcelona), Francesco Giavazzi (Bocconi Universität, Mailand), Richard Portes (Präsident, CEPR), Harald Uhlig (Vorsitzende)(Humboldt Universität, Berlin) und Philippe Weil (ECARES, Universität von Brüssel)

Das Centre for Economic Policy Research hat ein Komitee zur Festlegung der Konjunkturzyklen in der Eurozone gebildet. Seine Aufgabe besteht in der chronologischen Datierung der Rezessions- und Boomphasen der 11 EU-Mitgliedstaaten der ursprünglichen Eurozone plus Griechenland in der Zeit von 1970-1998 und der jüngsten Eurozone als Ganzes seit 1999. Die Eurozone besteht inzwischen aus Österreich, Belgien, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal und Spanien.  

Das Komitee definiert eine Rezession als ein signifikantes Sinken des Niveaus der gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten, verteilt über die gesamte Wirtschaft der Eurozone. Dabei werden normalerweise mindestens zwei aufeinander folgende Quartale negativen BIP-Wachstums, der Beschäftigung und anderer Wirtschaftsindikatoren der gesamten Eurozone sowie ähnliche Entwicklungen in den meisten Ländern beobachtet. Eine Rezession beginnt unmittelbar nach dem oberen Wendepunkt einer Konjunkturphase und endet mit Erreichen des unteren Wendepunktes. Die Phase zwischen dem oberen und unteren Wendepunkt wird als Rezession bezeichnet.   Die Phase zwischen dem unteren und oberen Wendepunkt wird als Boom gezählt, auch wenn die Wachstumsraten dabei sehr niedrig sein mögen.

  • Das Komitee analysiert die Gesamtstatistiken der Eurozone, aber beobachtet auch die Statistiken der einzelnen Staaten, um sich zu vergewissern, dass die Boom- und Rezessionsphasen über alle Mitgliedsstaaten der Eurozone verbreitet sind. Es gibt keine feste Regel, nach denen die Statistiken verschiedener  Staaten gewichtet werden.
  • Das Komitee wendet keine feste Regel zur Gewichtung unterschiedlicher Datenreihen an, orientiert sich aber schwerpunktmäßig am BIP.

Der Konjunkturzyklus der Eurozone seit 1970 

Das Komitee hat die nachstehenden zyklischen Zeitperioden ab 1970 ermittelt und die oberen (P) und unteren (T) Wendepunkte wie folgt datiert:   

Ob. Wendepunkt

Unt. Wendepunkt 

1974q3

1975q1 

1980q1

1982q3 

1992q1

1993q3 

Tabelle 1: Chronologie der Konjunkturzyklen in der Eurozone

Folglich hat das Komitee drei Rezessionsphasen identifiziert: 1974Q3 bis 1975Q1, 1980Q1 bis 1982Q3 und 1992Q1 bis 1993Q3.


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Bild 1 zeigt das Niveau des realen BIP (saisonbereinigt) von 1970 bis 1998 nach den beiden alternativen BIP-Reihen, die von der OECD und der EZB berechnet wurden.  Die schattierten Flächen zeigen Rezessionsphasen an.

  • Zwei der drei von uns festgelegten Rezessionsphasen - in den 1970er und 1990er Jahren - sind in den meisten Staaten und Variablen deutlich ausgeprägt und gleichzeitig verlaufend.  In beiden Zeiträumen gingen Beschäftigung, Investitionen und Industrieproduktion zeitgleich mit dem BIP zurück.

  • Die dritte Rezession - in den 1980er Jahren - weist andere Eigenschaften auf. Die Rezession ist hinsichtlich des gesamtwirtschaftlichen Produktionsergebnisses milder, aber dafür länger. Das BIP geht nicht stark zurück, sondern stagniert fast drei Jahre lang.

  • Bezüglich der letzten zwei bis drei Jahre hält es das Komitee für verfrüht, einen oberen Wendepunkt (und daher eine nachfolgende Rezession) auf der Basis der derzeitig verfügbaren Daten festzustellen. 

Die Eurozone seit 2001

Es ist die Aufgabe des Komitees, die chronologische Datierung von Rezessions- und Boomphasen zu aufzustellen, aber nicht, diese Phasen vorherzusagen.  Weiter hält das Komitee es bezüglich der letzten drei Jahre für angebracht, bei der Beurteilung noch Vorsicht walten zu lassen.   

Das BIP der Eurozone hat sich seit dem ersten Quartal 2001 verlangsamt. Das schwache Wiederaufleben des positiven Wachstums am Anfang des Jahres 2002 scheint wieder zum Stillstand gekommen zu sein. Die Beschäftigungsrate ist etwas angestiegen, während die Industrieproduktion nach einem starken Rückgang in 2001 wieder leichte Anzeichen der Erholung zeigt. Seit über zwei Jahren sind die Investitionen gefallen, der Staatsverbrauch hingegen ist um 2,2 % in 2001 und um 2,7 % in 2002 angestiegen. 

Qualitätsmäßig hat das BIP-Verhalten in jüngster Zeit Ähnlichkeit mit der Rezession in den 1980er Jahren. Die Beschäftigungsrate geht jedoch nicht zurück.  Auf der Basis der derzeitig verfügbaren Daten sind wir der Ansicht, dass sich die Eurozone in einer längeren Wachstumspause der gesamtwirtschaftlichen Aktivitäten befindet und nicht in einer ausgeprägten Rezession.

Contact Information:

For interview requests and further information about CEPR please contact CEPR Press Officer Robbie Lonie, Tel: +44 (0) 20 7878 2919, Mobile: +44 (0) 7740519225 or email rlonie@cepr.org.

Notes for Editors:

CEPR is a network of over 550 Research Fellows based throughout Europe, who collaborate through the Centre in research and its dissemination. CEPR helps its Research Fellows to develop projects, obtain their funding, administer them and disseminate their results. The Centre’s research ranges from open economy macroeconomics to trade policy, from the economic transformation of Central and Eastern Europe to regionalism in the world economy.

 


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